Hilfe bei Betrug

Was tun bei Love Scamming? Erste Hilfe und Anlaufstellen

Wenn Sie den Verdacht haben, Opfer von Love Scamming zu sein: Überweisen Sie kein weiteres Geld, beenden Sie den Kontakt, sichern Sie Beweise, informieren Sie Ihre Bank und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Sie sind nicht allein, und Sie müssen sich nicht schämen.

Zuletzt geprüft: 3. Oktober 2026. Diese Seite ersetzt keine Rechts- oder Opferberatung. Bei akuter Gefahr wählen Sie den Notruf 110.

Die sechs wichtigsten Schritte

1. Keine weiteren Zahlungen, Kontakt beenden

Senden Sie kein Geld mehr, auch nicht „nur noch dieses eine Mal“. Antworten Sie nicht auf neue Forderungen oder Versprechen. Blockieren Sie das Profil. Täter melden sich teils unter neuem Namen und versprechen sogar, das Geld zu erstatten. Auch darauf sollten Sie nicht eingehen.

2. Beweise sichern

Speichern Sie Chats, E-Mails, Profilseiten, Fotos und Zahlungsbelege, zum Beispiel als Screenshots und auf einem externen Speichermedium. Löschen Sie nichts. Die Polizei kann diese Unterlagen für ihre Ermittlungen nutzen.

3. Bank oder Zahlungsdienst sofort informieren

Rufen Sie Ihre Bank an und schildern Sie den Betrug. Fragen Sie, ob eine Überweisung noch gestoppt oder zurückgerufen werden kann. Eine Garantie gibt es nicht, aber Zeit ist wichtig. Bei Zahlungen per Kreditkarte, Zahlungsdienst oder Gutscheinkarte wenden Sie sich an den jeweiligen Anbieter.

4. Anzeige bei der Polizei erstatten

Gehen Sie zur nächsten Polizeidienststelle oder nutzen Sie die Online-Wache Ihres Bundeslandes. Nehmen Sie Ihre Beweise mit. Eine Anzeige hilft nicht nur Ihnen, sondern auch anderen, die sonst auf dieselben Täter hereinfallen könnten. Die Polizei geht von vielen nicht angezeigten Fällen aus, weil Betroffene sich schämen.

5. Zugänge schützen

Wenn Sie Passwörter, TANs, Kontodaten oder Ausweiskopien weitergegeben haben, ändern Sie die Passwörter sofort und sprechen Sie mit Ihrer Bank und der Polizei über weitere Schutzmaßnahmen. Melden Sie sich bei Unsicherheit auch bei der Verbraucherzentrale.

6. Hilfe für sich selbst holen

Liebesbetrug trifft nicht nur das Konto, sondern auch das Vertrauen. Sprechen Sie mit einer vertrauten Person und nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch. Der WEISSE RING bietet das Opfer-Telefon 116 006 an: bundesweit, kostenfrei, anonym, täglich von 7 bis 22 Uhr. Dort können auch Angehörige anrufen. Zusätzlich gibt es eine Onlineberatung.

Vorsicht vor „Rückholung“-Angeboten

Nach einem Betrug melden sich manchmal angebliche Anwälte, Ermittler oder „Rückholdienste“, die gegen eine Vorauszahlung Ihr Geld zurückholen wollen. Hinter solchen Angeboten stecken häufig dieselben oder andere Betrüger. Zahlen Sie keine Vorkasse für eine versprochene Rückholung. Seriöse Hilfe holen Sie sich bei Polizei, Verbraucherzentrale und anerkannten Beratungsstellen.

Für Angehörige: Woran Sie Betroffene erkennen können

  • Ein Familienmitglied erwähnt einen neuen Online-Partner, den es nie getroffen hat.
  • Es gibt Überweisungen ins Ausland, Gutscheinkarten-Käufe oder Geldbitten ohne klare Erklärung.
  • Die Person wird verschlossen, verteidigt den Kontakt vehement oder hat Angst, darüber zu sprechen.

Sprechen Sie das Thema ruhig und ohne Vorwürfe an. Hilfreich ist, gemeinsam bei der Bank nachzufragen und Anzeige zu erstatten. Mehr zu den Warnsignalen finden Sie im Ratgeber Love Scamming erkennen, die Foto-Prüfung erklärt die Seite Bilder-Rückwärtssuche.

Häufige Fragen nach einem Betrug

Bekomme ich mein Geld zurück?

Das lässt sich nicht garantieren. Je schneller Sie Ihre Bank informieren und Anzeige erstatten, desto größer ist die Chance, dass eine Überweisung noch gestoppt oder zurückgeholt werden kann. Oft ist das Geld aber schon im Ausland. Zahlen Sie deshalb nichts mehr nach, auch nicht für angebliche Rückholung oder Gebühren.

Ist Liebesbetrug strafbar?

Ja. Love Scamming wird in der Regel als Betrug nach § 263 Strafgesetzbuch verfolgt. Opfer sollten Anzeige bei der Polizei erstatten. Eine Anzeige hilft auch, andere zu schützen, und ist oft Voraussetzung für Ermittlungen.

Kann die Polizei herausfinden, wer hinter einem Fake-Profil steckt?

Ob das gelingt, hängt vom Einzelfall ab. Die Täter sitzen häufig im Ausland und verschleiern ihre Identität. Ohne Anzeige hat die Polizei aber kaum Ermittlungsansätze. Sichern Sie deshalb alle Nachrichten, Profile und Zahlungsbelege.

Ich wurde gebeten, Geld weiterzuleiten oder Pakete anzunehmen. Was jetzt?

Machen Sie nicht weiter und wenden Sie sich an die Polizei. Wer fremdes Geld weiterleitet oder Pakete weiterschickt, kann ungewollt für Betrüger arbeiten und selbst Probleme bekommen.

Muss ich mich schämen?

Nein. Die Täter gehen professionell und sehr geduldig vor und nutzen gezielt Wünsche nach Nähe aus. Scham hält viele Betroffene davon ab, Hilfe zu holen oder Anzeige zu erstatten. Beratungsstellen wie der WEISSE RING nehmen Ihre Situation ernst, kostenfrei und anonym.

Wie kann ich einem Angehörigen helfen, der betroffen sein könnte?

Sprechen Sie ruhig und ohne Vorwürfe an, was Sie beobachten, und bieten Sie Unterstützung an. Hilfreich sind gemeinsame Schritte: Zahlungen stoppen, mit der Bank sprechen, Anzeige erstatten. Auch Angehörige können das Opfer-Telefon 116 006 anrufen.

Sicherheit geht vor

Kontakte mit Gemeinsamkeiten statt falscher Versprechen.

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